Butter: Preise explodieren noch weiter

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Die Butter Preis ist so teuer geworden wie seit 50 Jahren nicht mehr. Anfang September kostet 250-Gramm-Paket bei den Discountern Aldi und Lidl 1,99 Euro. Vor 1,5 Jahren waren es noch 0,75 Cent.

Aldi begründet diese Veränderungen bei der Preiserhöhung für Butter, anderen Käseartikel und Buttermilch mit den gestiegene Kosten beim Einkauf und den gestiegene Kosten bei Rohstoffen. Nicht nur diese  Aspekte spielen eine Rolle, sondern die Verknappung von Fett führe derzeit ebenfalls zu den erheblichen Preissteigerungen, sagte Frank Maurer von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen. Die Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) teilte mit, dass die Nachfrage größer ist als die Angebote. Wenn weniger Milch zu Verfügung steht, dann bedeutet das auch weniger Fett.

Mit dem Wegfall der Quoten für die Milcherzeugung und die finanziellen Anreize zur Verringerung der Milchproduktion stieg schlagartig das Angebot – die Preise wurden heruntergezogen. Einige Milchbauern waren finanziell unterdrückt. Somit ging die Zahl der Milchbetriebe und Kühe zurück und damit auch die Milchmenge. Auch die Exporteinschränkungen als Folge der Sanktionen des Westens gegenüber Russland im Streit um die Ukraine haben es für Milchbauern im vergangenen Jahr schwerer gemacht.

Die Nachfrage für Butter und ähnlichen Milchprodukten sei deutlich gestiegen wie  Björn Börgemann vom Milchindustrie-Verband laut MDR sagt. Die Industrie nutze lieber tierische Fette wie Milchfett in ihren Rezepturen, auch die Käseproduktion und der Absatz sei kontinuierlich gestiegen.

Wie viel Butter wird verbraucht?

2016 hat nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bundesweit jeder Mensch ungefähr  rund sechs Kilogramm Butter verbraucht. Die Interesse zu den Streichmischfetten (tierisches Fett kombiniert mit dem pflanzlichem Fett) steigt auch sehr.

Steigen die Preise weiter?

Der Bundesverbandes der Milchviehhalter befürchtet, dass der derzeitige durchschnittliche Milchpreis von 36 Cent je Liter in Deutschland sei auf Dauer nicht zu halten sei. Notwendig sei ein Preisniveau von etwa 40 Cent. Nach Expertenangaben werde der Preis für Butter in einigen Monaten wieder sinken, aber nie zu dem früheren Niveau zurückkehren. Andreas Gorn von der AMI sagte, auch er sehe nicht, dass die Butter in naher Zukunft wieder deutlich günstiger werde. Bei der Milch stehe voraussichtlich zum 1. November der nächste Preisaufschlag bevor. Milch, Quark und Joghurt werden zwei Mal im Jahr verhandelt, im Mai und im November, während sich die Butterpreise monatlich verändern können. Das der Milchpreis seit einem Jahr so deutlich gestiegen sei, sei auch den sehr hohen Fettpreisen geschuldet.

Kommen die Preise bei den Milchbauern an?

Mehr oder weniger je nachdem, welche Preise der Handel an die Molkereien zahlen, kommen die Preise bei den Milchbauern auch an. Die höheren Preise würden  höhere Milchauszahlungspreise an die Milchbauern ermöglichen.Im Juli 2017 erhielten die Landwirte im Bundesdurchschnitt 36,1 Cent je Liter, im Vorjahresmonat waren es nur 23,2 Cent je Liter.

Wer bestimmt die Rohstoffkosten?

Ein Teil, was der Verbraucher  im Supermarkt für Butter ausgeben muss, stammt aus den Rohrstoffkosten, dabei spielen die Produzenten vor allem die Großhandels-Milchpreise eine große Rolle. Für den Handel mit Milch in großen Mengen gibt es spezialisierte Börsen, ähnlich wie bei anderen Agrarprodukten wie Getreide oder Soja. In Deutschland gibt es Geschäfte für Butter, Molkenpulver oder Magermilchpulver, die zum Beispiel über die Leipziger Terminbörse EEX laufen.

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